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Optik Industrie Museum Rathenow
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Geschichte der optischen Industrie

 Als 1993 der "Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der Optischen Traditionen in Rathenow e.V." gegründet wurde, konnte die Optische Industrie in Rathenow auf eine fast 200 jährige Tradition zurückblicken.

Um 1790 hatte der Pfarrer Johann Heinrich August Duncker in Rathenow begonnen, Mikroskope zu fertigen. Die Fähigkeiten dazu hatte er in Halle an den Franckeschen Stiftungen erworben. Nach längerer Vorbereitungszeit war es dann im Jahre 1801 soweit. So wurde am 10.03.1891 die Optische Industrie – Anstalt Rathenow durch den Preußischen König konzessioniert.

Für den Fortgang der industriellen Entwicklung von noch größerer Bedeutung war jedoch die Erfindung der Vielschleifmaschine und deren Patentierung am 10. März 1801.

Erstmalig konnten hiermit 11 Gläser gleichzeitig geschliffen oder poliert werden. Die Fabrik Dunckers blieb über viele Jahre die einzige in Preußen, die auf wissenschaftlicher Basis Brillengläser und Fassungen herstellte. Erst um 1850 kamen weitere hinzu.

Bekannte Firmen wie die Emil Busch AG, unmittelbarer Nachfolger Dunckers, aber auch Nitsche & Günther, Wernicke, Rapsch oder Ruhnke sowie viele, viele Kleinbetriebe bestimmten das Leben und die Arbeit in Rathenow in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus dem kleinen, verträumten märkischen Ackerbürgerstädtchen hatte sich eine blühende Industriestadt – "die Stadt der Optik" – entwickelt.

Optische Instrumente aller Art wurden hier produziert. Der 2. Weltkrieg und besonders der Fanatismus einiger Leute, die Stadt in den letzten Kriegstagen noch zur Festung zu erklären, führten zu einschneidenden Veränderungen auch für die optische Industrie. Was übrig blieb, waren Trümmer, zerstörte Werkhallen aber auch der Wille und die Kraft zum Neubeginn...

 So versuchten die kleineren Firmen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen und anzuknüpfen, wo sie gewaltsam aufhören mussten. Aus den großen, die zum Teil enteignet worden waren, gingen die Rathenower Optischen Werke (ROW) hervor. Wieder ging der Stadt der Ruf voraus, die "Brillenstadt" der DDR zu sein. Allerdings war der staatlich verordnete Konzentrationsprozess so stark, dass es in den 80er Jahren unseres Jahrhunderts nur noch einen Großbetrieb, die ROW, gab.

Die politische Wende des Jahres `89 führte auch zu einer Wende der industriellen Entwicklung. Die ROW, inzwischen eine GmbH, wurde liquidiert. Spezielle Teilbereiche gründeten sich aus und wurden privatisiert. Dazu kamen in Rathenow einige Neugründungen von optischen Firmen und die Ansiedlung renommierter Unternehmen in der optischen Branche. Sie alle entstanden auf traditionsreichen Fundamenten der Stadt der Optik und fühlen sich ihr verbunden. Gemeinsam mit dem Kreismuseum Rathenow entstand die Idee, die Traditionspflege in die Hände eines Vereins zu legen. So kam es im April 1993 zur Gründung des neuen "Vereins zur Förderung, Pflege und Erhaltung der Optischen Traditionen e.V." Der erste Vorsitzende war der langjährige Obermeister der Augenoptikerinnung Manfred Plaue.

Neben allgemeinen Aufgaben nimmt sich der Verein auch aktueller Forschungsthemen über historische Entwicklungsprozesse in der Region an, setzt sich für die Erweiterung der optischen Sammlung des Optik Industrie Museums im Kulturzentrum Rathenow ein und ist Veranstalter u.a. von Exkursionen, Gesprächsrunden und Vortragsreihen. Wenn das Jahr 2001 in Rathenow unter dem Motto "200 Jahre optische Industrie in Deutschland" stand, dann ist auch das ein Schritt in die richtige Richtung auf den Optikstandort Rathenow aufmerksam zu machen und die Stadt der Optik wieder in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken.

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